
Grafik: Pete Linforth auf Pixabay
In ihrem Feedback betonen die IGB-Forschenden, dass Süßwasserökosysteme durch den fortschreitenden menschengemachten Klimawandel und andere, ständig zunehmende Belastungen durch den Menschen bedroht sind. Um die Bewirtschaftung von Wasser und Gewässern nachhaltiger zu gestalten, müssen viele Wechselwirkungen und Zielkonflikte berücksichtigt werden. Zur Bewältigung dieser komplexen Probleme kann und sollte die Forschung einen wichtigen Beitrag leisten – dies erfordert jedoch einen deutlich besseren Zugang zu Umweltdaten in besserer Quantität und Qualität.
Trotz dieser Notwendigkeit werden wichtige biologische und ökologische Datensätze von Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen immer noch nicht freigegeben. Die jahrelange Erfahrung zeigt, dass Datenanfragen oft sehr umständlich sind, was die Forschungsarbeit verzögert, oder von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgrund dieses Risikos direkt vermieden werden.
Hinzu kommt, dass viele der vorhandenen und zugänglichen Monitoringdaten verstreut und nicht harmonisiert sind. Oft sind die Datennutzungsvereinbarungen sehr restriktiv und behindern die Tiefe und Transparenz des analytischen Forschungsprozesses. Daher sollten alle öffentlichen oder mit öffentlichen Mitteln finanzierten Datenbanken von EU-Einrichtungen oder Einrichtungen der Mitgliedstaaten nach den FAIR-Grundsätzen der Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit entwickelt und bereitgestellt werden.
Eine neue Kultur des Austauschs zwischen Behörden und Forschung ist notwendig
Einer der häufigen Gründe, warum Datensätze nicht zugänglich sind, ist jedoch nicht technischer oder organisatorischer Natur, sondern liegt in den politischen und strategischen Überlegungen der öffentlichen Stellen. Aus Hintergrundgesprächen ist bekannt, dass Behörden den Verlust der Deutungshoheit über Datensätze fürchten können und deshalb einer Zugänglichmachung skeptisch gegenüberstehen. Diese Vorbehalte sollten überwunden und eine neue Kultur der - auch gemeinsamen - Analyse und des Austauschs zwischen Behörden und Forschung etabliert werden, denn es geht darum, die großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Gegebenenfalls könnten weitere EU-Rechtsvorschriften diesen Prozess auch in den Mitgliedstaaten vorantreiben.
Europäische Süßgewässer: Bessere Bewirtschaftung braucht bessere Datenbereitstellung
Mehr harmonisierte Süßwasserdaten in einer umfassenden Sammlung könnten und sollten zentral in offenen EU-Datenräumen, wie dem European Green Deal Data Space und der European Open Science Cloud (EOSC), zur Verfügung gestellt werden, die zu zentralen Anlaufstellen für alle europäischen Umweltdaten werden könnten. Nach Ansicht der IGB-Forschenden ist klar, dass diese Koordinierung, Harmonisierung und Integration von Überwachungsprogrammen und spezifischen Umweltdatensätzen ohne entsprechende zusätzliche Ressourcen nicht realisierbar sein wird. Allerdings können solche Bemühungen um mehr Konsistenz und Offenheit bei der Erhebung, Verarbeitung und Bereitstellung von Daten auch die Effizienz bestehender Monitoringaktivitäten und die Qualität der Verarbeitungsergebnisse deutlich steigern und sich damit auszahlen wird.
Das vollständige IGB-Feedback kann unterhalb dieses Textes heruntergeladen werden.