
Ein Moskitofischweibchen wird von einem Männchen in typischer Manier verfolgt. Das Geschlechtsorgan der Männchen, das sogenannte Gonopodium, ist bereits ausgestreckt und zum „Angriff“ bereit. Es schwimmt von unten an das Weibchen heran, um möglichst lange unentdeckt zu bleiben. | Foto: G. Schmida / Creative Commons
Um diesen Fragen nachgehen zu können, hat Verhaltensforscher David Bierbach ein computerbasiertes Testsystem entwickelt, bei dem das Verhalten der echten Fische mithilfe von animierten Artgenossen – die über Bildschirme an den Aquarienwänden schwimmen – untersucht wird. So konnten im Versuch Moskitofischmännchen simuliert werden, die bis auf ein Merkmal identisch waren und sich ausschließlich in ihrer sexuellen Aktivität – niedrig, mittel, hoch – unterschieden .
Eine Antwort dürfte viele Männchen beruhigen: Viel Sex ist nicht immer von Vorteil. Moskitofischweibchen schwimmen ungestümen Liebhabern aus dem Weg. Denn diese lassen ihnen kaum Zeit zum Fressen, verletzen sie häufiger im Genitalbereich und lenken durch ihre lästigen Annäherungsversuche die Aufmerksamkeit von Raubfischen auf das Paar.
Lesen Sie die Studie im Open-Access-Journal Royal Society Open Science >
Carolin Sommer-Trembo, Martin Plath, Jakob Gismann, Claudia Helfrich, David Bierbach (2017) Context-dependent female mate choice maintains variation in male sexual activity. Royal Society Open Science. doi: 10.1098/rsos.170303